Promotion

Vom Wintersemester 11/12 bis zum Wintersemester 16/17 habe ich als Promotionsstudent an der Würzburger Graduiertenschule für die Geisteswissenschaften zum Thema “Rassismuskritische Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern” geforscht. Nach dem Einreichen der Dissertation im Dezember 2016 fand am 10. Juli 2017 die mündliche Prüfung statt, mit welcher ich das Promotionsverfahren “magna cum laude” abgeschlossen habe. Aktuell wartet die Dissertation auf ihre Veröffentlichung.

Als Lehrbeauftrager an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt und an der Universität Würzburg sowie als freiberuflicher Trainer war ich auch selbst mehrere Jahre hauptberuflich in dem von mir erforschten Handlungsfeld tätig (siehe “Pädagogik“).

Abstract der Dissertation

Rassismus wirkt in der Schule auf individueller, unterrichtlicher und institutioneller Ebene – häufig in subtilen und versteckten Formen. Zwar besitzt das Phänomen einen spezifischen historischen Ausgangspunkt und ist dadurch in seinen Wirkungsweisen (gerade auch in pädagogischen Kontexten) gut zu analysieren und somit folglich auch zu dekonstruieren, allerdings stößt die für eine pädagogische Auseinandersetzung zentrale Voraussetzung einer selbst- und machtreflexiven Herangehensweise bei Pädagoginnen häufig auf Widerstände und Ablehnung. Auch aufgrund der langjährigen Tabuisierung des Begriffs fand eine intensivere Auseinandersetzung mit Rassismus im deutschsprachigen Raum sowohl in der erziehungswissenschaftlichen Theorie wie auch in der pädagogischen Praxis erst ab den 1990er-Jahren statt. Bis heute besteht allerdings ein virulenter Forschungsbedarf für dieses Praxis- und Forschungsfeld in der spezifischen Schnittmenge der Gegenstandsbereiche Lehrerinnenfortbildung und Rassismus.
Die von Michael Weis vorgelegte explorative Studie hatte zum Ziel, dieses Forschungsdefizit aufzuholen und beschäftigte sich deshalb mit der aktuellen Praxis der rassismusrelevanten Lehrerinnenfortbildung in Deutschland, d.h. mit jenen Konzepten und Angeboten der sogenannten Dritten Phase, in welchen das Thema ‚Rassismus‘ eine explizite wie implizite inhaltliche Relevanz besitzt. Eine empirische Datenbasis konnte auf Grundlage von qualitativen Interviews mit Expertinnen, die für die Konzeption und/oder Durchführung solcher Fortbildungen verantwortlich sind, erhoben und mit Hilfe der Qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet werden. Durch eine Verdichtung des analysierten Materials konnten am Ende des Auswertungsprozesses fünf Kernhypothesen formuliert werden, welche belastbare Aussagen zur aktuellen Praxis der rassismusspezifischen Lehrerinnenfortbildung – also jener Seminare, in denen Rassismus explizit thematisiert wird– darstellen und somit Anknüpfungspunkte für möglichen Folgestudien bieten.

Links

Hier finden Sie mich auf der Homepage der Würzburger Graduiertenschule für die Geisteswissenschaften.

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