Racial Profiling

Liebes Verwaltungsgericht Koblenz,

schade, dass du noch nicht in der Migrationsgesellschaft angekommen bist und bei deinen Entscheidungen immer noch vom ius sanguinis ausgehst. Wie viele Richterinnen und Richter “mit Migrationshintergrund” (sic!, gemeint sind die Anderen, denen man das ja angeblich ansieht) gibt es eigentlich so bei dir? Ich schätze jedenfalls, dass die an der Entscheidung Beteiligten noch nie die herabwürdigende Praxis des Racial Profiling, die man übrigens auch am Würzburger Hauptbahnhof tagtäglich beobachten kann, persönlich erfahren mussten. Polizeikontrollen aufgrund der Hautfarbe sind und bleiben rassistisch und gehören daher untersagt!

P.S.: “Aus Gründen der Kapazität und Effizienz müssten sich die Beamten auf Stichprobenkontrollen beschränken. Deswegen dürften sie die Auswahl der Reisenden “auch nach dem äußeren Erscheinungsbild” vornehmen. Dem Urteil zufolge greifen Beamte bei stichprobenartigen Kontrollen gegen illegale Einreisen auf ihre “einschlägige grenzpolizeiliche Erfahrung” zurück. Hierdurch werde willkürliches Vorgehen ausgeschlossen.” (SPON, 27.03.2012) HALLO? GEHT’S NOCH? EINSCHLÄGIGE GRENZPOLIZEILICHE ERAHRUNG?

 

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Filed under Gesellschaft

Fachtag: Demokratie beginnt in der Schule

Fachtag: Demokratie beginnt in der Schule

Am 7. Mai veranstaltet die Landeskoordination von “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage” gemeinsam mit den Zentren für LehrerInnenbildung der Universitäten Würzburg und Erlangen-Nürnberg einen Fachtag für Lehrerinnen und Lehrer. Ich bin hier zum Einen in der Vorbereitung, zum Anderen vor allem aber auch als Referent tätig und würde mich daher freuen, den einen oder die andere KommilitonIn/KollegIn in der Jugendbildungsstätte zu sehen. Sehr spannend wird sicherlich auch der Vortrag meines Zweitbetreuers, Prof. Dr. Paul Mecheril. Unter “Demokratie beginnt an der Schule” findet man die Veranstaltung übrigens auch im aktuellen Vorlesungsverzeichnis der Uni Würzburg. Die komplette Ausschreibung findet man hier als Download:

Flyer Demokratie beginnt in der Schule.

 

Die Anderen im Schulbuch

Ich schrieb ja im letzten Eintrag von “einem Buch pro Woche” (Schulferien sind von dieser Regelung übrigens ausgenommen ;-) )… folgendes Werkt war nun letzte Woche meine Lektüre:

Christa Markom und Heidi Weinhäupl (2007): Die Anderen im Schulbuch. Rassismen, Exotismen, Sexismen und Orientalismus in österreichischen Schulbüchern. Wien: Braumüller.

Inhalt: In ihrer 2007 erschienen Studie untersuchen Christa Markom und Heidi Weinhäupl österreichischen Schulbücher auf Rassismen, Sexismen Orientalismen und andere  dichotome Differenzordnungen. Anhand einer Analyse der im Jahr 2005 auflagenstärksten Geschichts-, Biologie- und Geographiebücher arbeiten die Autorinnen heraus, wie Andere in den Schulbüchern auf der Bild-, Text- und Metaebene konstruiert werden. Methodologisch stützt sich die Vorgehensweise auf die Kritische Diskursanalyse nach Jäger, die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring und die Text- und Kontextanalyse nach Arndt und Hornscheidt (vg. S. 231 ff.). Als Ergebnis der Studie lässt sich einerseits positiv festhalten, dass keine offenen Formen von Rassismus in den Lehrwerken verbreitet sind. Fast alle Bücher fallen in Teilen (wenn auch nicht durchgehend) positiv durch eine differenzierte Herangehensweise und Darstellung der untersuchten Kategorien auf. Andererseits werden sowohl auf Textebene (beispielsweise durch Begriffe und Passivkonstruktionen) und vor allem auf Bildebene die Anderen häufig als eben solche konstruiert und Rassismen, Sexismen, und so weiter, folglich (re-)produziert. Keines der untersuchten Bücher setzt außerdem konsequent eine geschlechtergerechte Sprache um und auch auf die gesellschaftlichen Hintergründe und Machtverhältnisse hinter den Differenzordnung wird in der Regel kaum eingegangen. Mit ihrer Studie wollen Markom und Weinhäupl daher für diese Punkte sensibilisieren und Lehrerinnen zur selbständigen kritischen Analyse von Schulbüchern befähigen. Im letzten Kapitel geben sie daher auch praktische Tipps für eine „Schulbuch-Analyse zum Selbermachen“.

Ein Kapitel meiner Dissertation wird sich der Thematik “Rassismen in Schulbüchern” widmen. Daher ist die Studie von Markom und Weinhäupl ein guter Ausgangspunkt für weitere Forschungen. Eventuelle werde ich selbst eine stichprobenartige (sicherlich nicht repräsentative) Schulbuchanalyse vornehmen. Sicher bin ich mir aber, dass sich die Ergebnisse der Autorinnen auch auf deutsche Schulbücher übertragen lassen.

 

Recherchetag / Literaturverwaltung

Samstag habe ich mal wieder einen Recherchetag in der Uni-Bib eingelegt. Dieses Mal (zum ersten Mal) hat der moderne Scan-Apperat funktioniert, mit dem man die Bücher relativ einfach als pdf-Dateien einscannen kann. Dadurch hat man die Literatur immer verfügbar, kann sie – wenn man sie lesen und durcharbeiten möchte – schnell als Ausdruck verfügbar und muss nicht ordnerweise Material in den eigenen Schränken horten.

Mit der Systematik meiner privaten Bibliothek bin ich – dank Citavi – mittlerweile auch sehr zufrieden. Folgende Signaturen sind für mein Forschungsvorhaben die wichtigsten (ja, ich finde es auch ganz schön professionell ;-) ):

  • (I …) Intersektionalität – Differenz – Normalisierung
  • (J … ) Kritik – Macht – Dekonstruktion (bspw. Critical Whiteness Studies, Postcolonialstudies, usw.)
  • (K …) Kultur – Migration – Gesellschaft (bspw. Migrationsforschung)
  • (L …) Rassismusforschung
  • (M …) Migrationspädagogik, Interkulturelle Pädagogogik, Rassismuskritische Pädagogik
  • (N …) Neonazis, Rechtsextremismus
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Filed under Forschungsvorhaben, Kongresse und Co, Literatur, Schule ohne Rassismus

Ich bin kein Rassist, aber…

… dass es grundsätzlich schwierig ist, nicht rassistisch zu sein, darauf hatte ich ja schon in einem früheren Beitrag verwiesen.

Worauf ich aber eigentlich Hinweisen wollte, ist der Blog http://ichbinkeinrassistaber.tumblr.com/, welcher in erschreckender und verstörender Weise dokumentiert, wie Menschen diesen Satz – i.d.R. nämlich mit einer rassistischen Äußerung – im Internet beenden.

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Braune Ökologen

Bereits in meiner Weiterbildung zum Elternberater bin ich auf ein gleichermaßen spannendes und besorgniserregnedes Phänomen gestoßen (worden): Ökologisch-nationalistische Aktivist(inn)en. Als “Grüner” finde ich es quasi doppelt kritisch, dass Rassistinnen und Rassisten das Thema “Umwelt” für sich besetzen wollen. Interessierten empfehle ich einen Blick in die Broschüre der Heinrich-Böll-Stiftung beziehungsweise ein aktuelles Interview mit dem Journalisten Toralf Staud.

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Filed under Buchtipp, Media

Jede Woche ein Buch…

So, geschafft. Nach vollen sechs Monaten habe ich mein Exposé nun endlich komplett fertig gestellt. Nachdem ich im Februar noch letzte Änderungen eingearbeitet und die Struktur leicht verändert habe, konnte ich das Exposé zum Ende des Monats zusammen mit weiteren Unterlagen zur Bewerbung für ein Promotionsstipendium bei der Heinrich-Böll-Stiftung einreichen. Da ich bereits im Studium durch die HBS gefördert wurde, hoffe ich natürlich das Beste – bis April sollte sich entscheiden, ob ich mit meinem Forschungsvorhaben die erste der insgesamt drei Bewerbungsetappen meistern kann.

Nachdem dieser erste große Meilenstein auf dem (wohl noch sehr langen) Weg zur Promotion erledigt ist, kann ich mich nun endlich ohne den Druck einer Deadline meinen Literaturstudien widmen. Bis zum Sommer werde ich schwerpunktmäßig Bücher im Themenbereich “Rassismus und Rassismen in der Schule” lesen und mir das Wichtigste herausschreiben. Pro Woche möchte ich mir gerne drei (mindestens jedoch zwei!) komplette Lesetage komplett freihalten. Das Ziel lautet: Ein Buch pro Woche!

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Unterwegs…

Liebe Lesende,

in den vergangenen Wochen war ich wieder einmal viel unterwegs (und daher leider wenig am Schreibtisch, aber das Exposé steht ja soweit):

  • Teilnahme am AdHoc-Treffen der Stipendiatinnen und Stipendiaten der Heinrich-Böll-Stiftung zum Thema “Postkolonialismus, Critical Whiteness und Intersektionalität” (21.-22. Januar, Berlin)
  • Vortrag zum Thema “Rassismuskritik auf dem Weg in die Hochschule” auf einem Seminar der Grünen Hochschulgruppe (28. Januar, Würzburg)
  • Abschluss der dreiteiligen Fortbildung “Rechte Jungs, rechte Mädchen, ratlose Eltern” – Erwerb des Zertifikats, welches Voraussetzung für Elternberatung von Angehörigen rechtsextremer Jugendlicher ist (30. Januar – 1. Februar, Bremen)
  • Leitung eines “aktivCoach” – ein Seminar für Jugendliche, die sich als MultiplikatorInnen an einer “Schule ohne Rassismus” engagieren (2.-3. Februar, Würzburg)
  • Teilnahme am Seminar “Praktische Rhetorik” – Teil meines Curriculums an der Graduiertenschule (6.-8. Februar, Würzburg)

 

Und in den kommenden Tagen bin ich hier zu Werke:

  • Leitung eines Workshops zum Thema “Strukturelle Rahmenbedingungen für konstruktive Bindungsarbeit schaffen” auf dem Fachtag “Jungenarbeit – aber wie?! Migration und Männlichkeitskonzepte” (10. Februar, Nürnberg, Veranstalter: Bayerischer Jugendring)
  • Vorstellung meines Exposés im Oberseminar von Herrn Prof. Dr. Roland Stein (11. Februar, Würzburg)
  • Leitung eines Trainings für eine SoR-SmC-Schulklasse (13. Februar, Würzburg)

 

Fazit: In meinem Forschungsfeld ist momentan ganz schön viel Bewegung, unter anderem auch, weil die Landeskoordination von “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage” nun für ganz Bayern von Würzburg aus geleitet wird (für weitere Infos hier klicken). Da ich ab März mit den eigentlichen Literaturstudien beginnen möchte wird es daher sehr wichtig werden, die richtige Balance zwischen Schreibtischarbeit und pädagogischer Praxis zu finden.

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Schulen ohne Rassismus? Lehrerinnen und Lehrer mit Courage!

Entwurf einer Theorie schulbezogener rassismuskritischer Weiterbildung

So, nachdem ich vergangene Woche sehr fleißig war, ist das neue Exposé schon jetzt (fast) fertig: Expose Stand 2012-01-16 Wer nicht die ganzen sieben Seiten lesen möchte, kann sich natürlich auch mit dem Abstract begnügen:

In der geplanten Dissertation soll auf Grundlage vorhandener Literatur, das heißt durch hermeneutische Vorgehensweise, eine Theorie rassismuskritischer LehrerInnenweiterbildung  entworfen werden.

Zunächst wird in einem ersten Schritt die objektive berufliche Situation der Zielgruppe untersucht – also in diesem Fall vor allem das Verhältnis von Schule (als zentrale Institution in der Migrationsgesellschaft) und Rassismus (verstanden als soziale Praxis eines ideologisch begründeten gesellschaftlichen Unterdrückungsverhältnisses). Unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Lehrkräfte und ihrer Verstrickungen in rassistische Diskurse sollen unter anderem schulische Diskriminierungsformen auf institutioneller und individueller Ebene analysiert werden. Große Bedeutung kommt außerdem der Auseinandersetzung mit Differenz und mit Sprache im schulischen Kontext zu. In einem zweiten Schritt soll anschließend ein rassismuskritischer Erziehungs- und Bildungsbegriff skizziert und entsprechend ausgewählte pädagogische Handlungsansätze sowie deren Möglichkeiten und Grenzen bei Intervention und Prävention dargestellt werden. Unter Einbeziehung der aktuellen Rassismus- und Intersektionalitätsforschung sowie der Grundlagen und Prinzipien der allgemeinen Weiterbildungsforschung sollen die hermeneutisch gewonnenen Erkenntnisse gegen Ende der Promotionszeit schließlich in einen Gesamtzusammenhang gebracht und Ziele, Aufgaben sowie Problemstellungen für rassismuskritische Weiterbildungsangebote formuliert werden. Nach Möglichkeit werden außerdem konkrete Bezüge zu schulbezogenen Weiterbildungskonzepten hergestellt und theoriebasierte Empfehlungen für deren pädagogische Praxis ausgesprochen.

Das von mir geplante Forschungsvorhaben begreife ich als Anschlussarbeit an die in Deutschland noch vergleichsweise junge Forschungstradition der rassismuskritischen Studien, wobei Rassismuskritik als Konzept (auch in der Weiterbildung) – im Gegensatz zu anderen Forschungsansätzen – bewusst die vielseitigen Verstrickungen von Individuen und Institutionen in rassistische Diskurse thematisiert, für gesellschaftliche Macht- und Differenzordnungen sensibilisiert, zu Selbstreflexion der eigene Handlungen und der eigenen Zugehörigkeitserfahrungen anregt und dichotome Die-Wir-Konstruktionen zu dekonstruieren versucht.

Die Arbeit an der Dissertation erfolgt von Oktober 2011 bis ungefähr September 2014 im Rahmen des dreijährigen Promotionsstudiums an der Würzburg Graduate School of the Humanities und wird durch Prof. Dr. Roland Stein (Erstbetreuer, Uni Würzburg), Prof. Dr. Stephan Ellinger (Uni Würzburg) und Prof. Dr. Paul Mecheril (Uni Oldenburg) betreut. Ein viermonatiger Forschungsaufenthalt bei Prof. Dr. Nora Räthzel (Umeå Universitet) ist für Herbst 2013 geplant. Ein enger Kontakt und Austausch besteht darüber hinaus mit dem Projekt Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, dessen LehrerInnenweiterbildung von mir konzipiert wird.

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Arbeiten am Exposé

Nach einer sehr erholsamen Weihnachtspause werde ich in den kommenden zwei Wochen – wie schon in der vergangenen Woche getan – mein Exposé umschreiben (hatte ich ja angekündigt). Mittlerweile ist das Ganze auch schon relativ weit gediehen, denn ich habe nur noch circa eine Seite Text zur Verfügung (was mich vor die Herausforderung stellt, den Inhalt möglichst genau auf den Punkt zu bringen). Es gilt also das Motto: Qualität statt Quantität. Sobald das Exposé fertig ist, werde ich es hier veröffentlichen.

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Themawechsel

good news – bad news

Die schlechte Nachricht: Ich muss mein Exposé noch einmal komplett neu aufsetzen. Die gute Nachricht: Meine Fragestellung steht jetzt mittlerweile ziemlich konkret, nachdem ich das Thema noch einmal komplett gewechselt habe. Aber von Anfang an…

Der SoR-SmC-Coach

Als freier Mitarbeiter der bayerischen Landeskoordination des Projekts Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (Abk.: SoR-SmC) bin ich seit September damit beschäftigt, eine Weiterbildung für LehrerInnen an SoR-SmC-Schulen zu konzipieren. Die Weiterbildung wird 20 jeweils dreistündige Module umfassen, die sich in vier Teilbereiche aufteilen lassen:

  • Schule: Im Vordergrund dieses ersten Bereichs steht die Reflexion der eigenen Person im Kontext  der Institution Schule sowie die Klärung der Rolle der LehrerInnen im SoR-SmC-Projekt.
  • (ohne) Rassismus: Die (theoretische) Auseinandersetzung mit Rassismus und anderen Formen von Diskriminierung bildet den Schwerpunkt des zweiten Teilbereichs.
  • (in) Vielfalt: In den Modulen dieses Bereichs sollen die positiven Effekte und Chancen einer vielfältigen und pluralen Gesellschaft beleuchtet werden.
  • (mit) Courage: Im vierten Bereich geht es darum, Strategien und Handlungsoptionen aufzuzeigen, mit denen man Rassismus in der Schule und im Alltag begegnen kann.

Die Weiterbildung soll jährlich angeboten und jeweils Ende Juni beginnen. Sie kann (muss aber nicht) innerhalb eines Kalenderjahres abgeschlossen werden. Die Zertifizierung zum „SoR-SmC-Coach“ erfolgt, wenn aus jedem Bereich je fünf Module erfolgreich absolviert wurden (d.h. der Gesamtumfang der Weiterbildung beträgt 60 Zeitstunden). Der Titel „Coach“-Begriff verweist im Übrigen darauf, dass LehrerInnen im Projekt eine andere Rolle einnehmen, als es in der Schule üblich ist (auch wenn die Bezeichnung “Coach” aus wissenschaftlicher Sicht eigentlich nicht ganz korrekt ist): Fokus der pädagogischen Arbeit liegt hier in der inhaltlichen Begleitung, Beratung und Unterstützung der im Projekt aktiven SchülerInnen.

Erstes Gespräch mit dem Betreuungskomitee

Die konzeptionelle Arbeiten an der Weiterbildung boten verständlicherweise etliche Querverbindungen zu meinen Literaturstudien, sodass ich mich nach einigen Überlegen dazu entschloss, die Fragestellung meiner Dissertation so zu verändern, um sozusagen “zwei Fliegen mit einer Klappe” schlagen zu können.Vergangenen Mittwoch fand das erste Gespräch mit meinem (noch zweiköpfigen) Betreuungskomitee statt: Ich stellte Herrn Prof. Dr. Roland Stein und Herrn Prof. Dr. Stephan Ellinger meine Überlegungen zum vollzogenen Themawechseln vor und war sehr froh, dass sie – nach einigen Konkretisierungen im methodischen Vorgehen – auch weiterhin bereit sind, mich in meiner Promotionszeit zu betreuen.

Die neue Forschungsfrage

Nach den abgesprochenen Änderungen ist nun die Theorie des von mir entwickelten Weiterbildungskonzeptes Gegenstand der Disseration. Dies soll auf hermeutischer Grundlage (d.h. auf Grundlage bestehender Texte und Veröffentlichungen) geschehen; ich muss – anders als erwartet – also nun glücklicherweise keine empirische Forschung betreiben, was denke ich noch einmal Zeit und Nerven spart.

Da es – zumindest aus rassismuskritischer Perspektive, also aus der Blickrichtung, aus der ich forsche – noch relativ wenige Weiterbildungskonzeptionen gibt, werde ich versuchen, in meiner Disseration eine Art “Metatheorie” zu entwickeln, in deren Ideengerüst sich die eher aus einer Praxistheorie heraus entstehende Weiterbildungskonzeption (hoffentlich) einbetten lässt. D.h. ich nähere mich der Weiterbildung aus zwei Richtungen: a.) Von wissenschaftlich-theoretischer Seite her in der Disseration und b.) von praxiserfahrungs-basierter Seite aus durch die Entwicklung und Durchführung der Weiterbildung. Dadurch entstehen hoffentlich viele Synergieeffekte; zumindest bin ich momentan sehr motiviert und zufrieden, auf ein so klar definiertes Ziel hin arbeiten zu können.

Wie geht’s jetzt weiter

Über den Jahreswechsel hinweg wird es hoffentlich etwas ruhiger, nachdem die vergangenen Wochen sehr turbulent waren. In dieser Ruhephase hoffe ich, einiges Lesen zu können und etwas Zeit zum Nachdenken über die neue Fragestellung zu haben. Bis spätestens Ende Januar möchte ich dann gerne das neue Exposé (inkl. Zeitplan) fertig gestellt haben.

 

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Filed under Forschungsvorhaben, Schule ohne Rassismus

Wo kommst du her?

Buchtipp

Vergangene Woche habe ich ein gleichermaßen spannendes wie amüsantes Buch gelesen:”Kara Günlül: Die geheimen Tagebücher des Sesperado” von Mutlu Ergün. Die literarische Figur des Sesperados lebt in Berlin und hält mit einer Art – ich nenne es jetzt mal relativ unreflektiert so – “Spaßguerilla” den Weißen Deutschen den rassismuskritischen Spiegel vor. Auf lebendige, authentische Weise und in belletristischer Form stellt die Hauptfigur wichtige Thesen und Grundannahmen der Critical Whiteness Studies vor, also der Disziplin, die sich kritisch mit dem Weiß-sein auseinandersetzt.

Weiß-sein wird dabei (daher auch die kursivschreibweise) als soziale Konstruktion derjenigen verstanden, die die gesellschaftlichen Machtverhältnisse und Diskurse bestimmen (also z.B. wer oder was “normal” ist, was “Kultur” ist und was “deutsch” ist). Die als Schwarz markierten Menschen hingegen stellen den Gegenpol dar: Sie werden als Andere konstruiert damit die Weißen ihre Deutungshoheit bei den Diskursen behalten können. Der Ich-Erzähler des Buchs bereitet deshalb die Revolution der People of Color (P.O.C.) vor, um diese bestehenden Herrschafts- und Machtverhältnisse zu durchbrechen.

Ein kurzer Videomitschnitt einer Lesung von Multu Ergün, bei der es über die Frage “Wo kommst du her?” geht,  findet sich auf YOUTUBE. Ein Interview mit dem Autor gibt es darüber hinaus auf einer empfehlenswerten Internseite der Heinrich-Böll-Stiftung nachzulesen.

 

Literaturverwaltung

Nach langem Hin-und-Her habe ich mich jetzt doch für Citavi entschieden. Zwar muss ich dafür auf meinem Mac eine Virtuelle Machine laufen lassen (d.h. mein Mac tut so, als wäre er ein Windows-PC), mit VM Fusion funktioniert das aber erstaunlich gut. Ich kann jedenfalls problemlos zwischen beiden Betriebssystemen wechseln.

Zuvor hatte ich einige andere Programme für Mac (Sente, Bookends, Jabref, Endnote… usw.) und das Firefox Plug-in “zotero” ausprobiert, aber keines konnte mich so richtig überzeugen. Der eindeutige Vorteil bei Citavi ist meines Erachtens wirklich, dass es Literaturangaben UND Zitate gleichermaßen mit Schlagworten und Kategorien versehen kann; die Wissensorganisation wird tatsächlich einfacher. Außerdem kann ich direkt im Programm in allen mir bekannten Datenbanken und Katalogen recherchieren (die elektronische Erfassung von Literaturangaben können ja zum Glück mittlerweile fast alle Literaturverwaltungsprogramme). Und da es Citavi für Studierende der Uni Würzburg auch kostenlos gibt, habe ich jetzt ein Problem weniger, über das ich mir den Kopf zerbrechen muss. Jetzt müsste ich nur mal wieder anfangen zu lesen… ;-)

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Filed under Buchtipp, Critical Whiteness Studies